Blumenthal Quartett

Ein Jazzkonzert der Sonderklasse mit dem Blumenthal Quartett“

Wer am vergangenen Sonnabend (23.2.) um 20 Uhr Schnee und Eis trotzte und sich aufmachte, der Einladung des Kulturvereins Bienenbüttel in den Saal des Gemeindehauses zu folgen, erlebte dort eine höchst angenehme Überraschung: Der Kulturverein hatte mit dem „Blumenthal Quartett“ eine noch unbekannte und frisch gegründete Jazzformation eingeladen, allesamt – bis auf den erst 17jährigen Pianisten – noch sehr junge Musikstudenten – und doch kam schon beim ersten Ton die Atmosphäre eines New Yorker Jazzclubs der 60er Jahre auf! Neben einigen Jazzstandards überzeugten die virtuosen Musiker fast mehr noch durch gekonnte Eigenkompositionen, deren Qualität und Ideenreichtum sogar die berühmten Standards überstrahlte. Die tollen und phantasievollen Soli des Trompeters Matthis Rasche, der kurzfristig für den erkrankten Saxophonisten Lasse Golz eingesprungen war, die spannungsreichen Tempo- und Rhythmuswechsel des Schlagzeugers Jan-Phillip Meyer (aus Deutsch Evern), der sein Schlagzeug im wahrsten Sinne des Wortes „spielte“, die feine Basslinie, mit der Franz Blumenthal die Stücke durch ihre grundsolide Ruhe am Boden hielt und über allem die völlig freigespielten Pianovariationen von Béla Meinberg: das riss die Zuhörer immer wieder zu kräftigem Zwischenapplaus hin. Das Publikum verabschiedete sich nur schweren Herzens und nach einer ordentlichen Zugabe von den sympathischen jungen Männern – angeregt und glücklich darüber, eine wirkliche Sternstunde erlebt zu haben.

M. Kuschmann